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MiMü am 07.Dezember 2012:

Reich beschenkt

Ges­tern abend klin­gelt es an der Tür. Ich öffne und über­sehe bei­nahe das kleine drei­jäh­rige Nach­bars­mäd­chen, das mir stolz ein lang­spiel­plat­ten­för- miges Paket ent­ge­gen­streckt, das die Post bei ihrer Mut­ter abge­ge­ben hat. Da ich nir­gends etwas bestellt habe, wun­dere ich mich ein wenig. Ich öffne das gut gepackte Gebinde und finde tat­säch­lich drei Lang­spiel­plat­ten sowie ein Begleit­schrei­ben:

Lie­ber Herr Münch,

per Zufall bin ich auf Ihre Inter­net-Seite gesto­ßen und vor Begeis­te­rung fast in die Luft gesprun­gen. Da bauen Men­schen nicht nur Röh­ren­ver­stär­ker, son­dern sie beschäf­ti­gen sich sogar noch mit Musik (…). Und tref­fen sich, um den Abend nicht mit der Bewun­de­rung ihrer Selbst­bau­ak­ti­vi­tä­ten zu ver­brin­gen, son­dern um sich wech­sel­sei­tig Musik vor­zu­stel­len. Toll! Wäre ich jün­ger und fahr­freu­di­ger, wäre ich stark ver­sucht gewe­sen, mich zu Ihrer nächs­ten Hör­ses­sion selbst ein­zu­la­den!

Aber viel­leicht kann ich ja im ide­el­len Sinne teil­neh­men, wenn eine die­ser Schall­plat­ten Ihren Hör­ge­schmack trifft. Jeden­falls freue ich mich, wenn Sie eine davon vor­stel­len könn­ten.
(…)
Viel­leicht macht irgend­was davon Ihnen soviel Freude, wie ich sie beim Lesen des Radion­is­ten hatte!

Mit freund­li­chen Grü­ßen für einen musi­ka­li­schen Advent

Soviel Lob freut mich natür­lich, außer­dem bedanke ich mich sehr herz­lich für die fol­gen­den drei LPs:

Miles Davis - Sketches Of Spain (LP 1960)Miles Davis – Sketches Of Spain (LP 1960)

Auf Miles Davis´ Vor­gän­ger­al­bum von 1959 Kind of Blue gab es mit Fla­menco Sket­ches – den „Fla­menco-Skiz­zen“ – schon ein „spa­ni­sches“ Stück. 1960 folgte dann ein gan­zes Album mit „Spa­ni­schen Skiz­zen“: Sket­ches Of Spain. Das für mich zen­trale Stück ist Davis´ mehr als 16-minü­tige Inter­pre­ta­tion des 2. Sat­zes (Ada­gio) des Con­cierto de Aran­juez von Joa­quin Rod­rigo. Zur Zeit des Erschei­nens nicht von allen Kri­ti­kern für Jazz gehal­ten, bekam das Album den­noch 1961 einen Jazz-Grammy.Der zweite Satz des Kon­zerts war in sei­ner Urfas­sung für Gitarre und Orches­ter auch schon Teil des 9. Hör­abends am 16. Novem­ber. Ich mag das Kon­zert sehr, auch die Inter­pre­ta­tion von Miles Davis. Es sei mir erlaubt, auf eine wei­tere Fas­sung die­ses berühm­ten zwei­ten Sat­zes hin­zu­wei­sen: in der bri­ti­schen Sozial-Tra­gi­ko­mö­die Bras­sed Off geht es um ein bri­ti­sches Berg­ar­bei­ter-Blas­or­ches­ter in der Ära That­cher, das an natio­na­len Wett­be­wer­ben teil­nimmt, wäh­rend gleich­zei­tig die Schlie­ßung ihrer Zeche beschlos­sen und auch in die Tat umge­setzt wird. In einer Szene des Films probt die Band den zwei­ten Satz des Aran­juez-Kon­zerts. Sehr ein­drucks­voll als cha­ris­ma­ti­scher, des­po­ti­scher Orches­ter­lei­ter der mitt­ler­weile – wie es der Kaba­ret­tist Jochen Malms­hei­mer aus­drü­cken würde – völ­lig zu Unrecht ver­stor­bene Pete Post­le­thwaite, der das Stück so ankün­digt: “ … all­right lads – Rod­rigo, Con­certo De Orange Juice!“ You­Tube-Link.

The Honeydrippers - Volume One (EP 1984)The Honeydrippers – Volume One (EP 1984)

1981 grün­dete Robert Plant, der Sän­ger der 1980 wegen des Todes des Schlag­zeu­gers John Bon­ham auf­ge­lös­ten Super­group Led Zep­pe­lin, sein kurz­le­bi­ges Pro­jekt The Honey­drip­pers. Plant scharte hoch­ka­rä­tige Musi­ker wie sei­nen Zep-Kol­le­gen und Gitar­ris­ten Jimmy Page, den (wie Page) ex-Yard­bird-Gitar­ris­ten Jeff Beck und den Chic-Gitar­ris­ten Nile Rod­gers um sich, um vor­wie­gend an den 50er und 60er Jah­ren ori­en­tier­ten Blues, R&B und Rock’n’Roll zu spie­len. Ahmed Erte­gün, Chef von Atlan­tic Records, suchte eine Band, die seine 50er-Jahre Lieb­lings­stü­cke ein­spie­len sollte. Seine Wahl fiel auf die Honey­drip­pers, und so erschien im Jahr 1984 das ein­zige Album der Band Volume One, mit nur fünf Tracks eher eine EP denn eine LP. Ein Stück von die­ser Platte – die Bal­lade Sea Of Love (You­Tube-Video) – wurde der kom­mer­zi­ell größte Hit der Band und damit Robert Plants. Das hat ihn aber wohl eher erschreckt. Er soll spä­ter gesagt haben, er habe nicht als Croo­ner in die Musik­ge­schichte ein­ge­hen wol­len. Viel­leicht war das das Ende die­ser Band … ? Ich selbst mag diese Aus­flüge „har­ter Rock­mu­si­ker“ in die etwas leich­te­ren musi­ka­li­schen Gefilde aller­dings sehr. Immer­hin sind die här­te­ren Rock-Gang­ar­ten ja aus Rock’nRoll, Rocka­billy und Blues her­vor­ge­gan­gen.

Ivan Moravec - Piano Works - Claude Debussy, Maurice Ravel (1967, LP 1990)Ivan Moravec – Piano Works – Claude Debussy, Maurice Ravel (1967, LP 1990)