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MiMü am 09.August 2016:

Leserbrief zur PL82-Endstufe

Vorgestern schickte mir Hans-Jörg Kohler eine Email, die ich freundlicherweise hier veröffentlichen darf (alle Fotos © H.-J. Kohler):

… endlich ist es soweit. Die PL82 ist bis auf ein paar Kleinigkeiten fertig. Es hat etwas gedauert, der Broterwerb lässt wenig Spielraum. Das Ergebnis kann sich aber durchaus sehen und hören lassen. (…)

Besten Dank für die Ratschläge des guten Segschneider zu den Themen Netztrafo und Ausgangsübertrager. Zuletzt habe ich mich für die Firma Reinhöfer entschieden. Nicht nur wegen des attraktiven Preises, sondern auch wegen des netten Kontaktes mit Herrn Beyer (Fa. Reinhöfer) und dessen Rat:

Reinhöfer-Trafos
Gleichrichterplatine, gefertigt nach der Tonertransfermethode. Nicht ganz so schön wie mit Fotolack. Muss man aber mal probiert haben:

Gleichrichterplatine
Der Aufbau mit der Multiplex-Werft hat mir gut gefallen, ich habe diese allerdings etwas umkonstruiert. Der Gleichrichter ist nach links und die AÜ nach hinten gewichen. Außerdem liegen beide Kanäle nebeneinander. Im Untergeschoss ist die Siebung untergebracht. Die Zement-widerstände im Heizkreis sind zwischenzeitlich verschwunden.

Keramik-Lötleisten gibt es noch:

Röhren-Abteil mit Keramikleisten

Die Siebung in freier Verdrahtung:

Blick aufs Netzteil

Erstes Einschalten mit Regeltrafo (vorsichtshalber) und Saba Greencones. Prompt blieb ein Kanal durch kalte Lötstelle stumm. Letztendlich kam nach einer Stunde Suche doch noch Musik aus beiden:

Draufsicht

Erste Inbetriebnahme

Letztendlich an den Reso-LS mit Vorstufe. Hat lange gedauert, bis die Sache eingerastet ist. (Anmerkung des Audionisten: auf meine Nachfrage schrieb H.-J. Kohler: „…(mit) „EINRASTEN“ meinte ich einfach, dass alle neuen Bauteile, egal ob aktiv, oder passiv, erst nach gewisser Einspielzeit ihre Werte erreichen und dies ist durchaus hörbar.“)

Endstufe beim Einlaufen

Ganz ohne Gehäuse ist mir die Sache doch zu gefährlich. Der Rahmen für die Front ist noch in Arbeit:

Gehäuse

Polklemmen von Jantzen-Audio und Cinch-Buchsen von Neutrik:

Rückseite

Resümee zum Bau

Dank Ihres Beitrages war der Aufbau relativ einfach. Zur Verdrahtung habe ich noch weitere Pläne erstellt. Zum Löten nach Schaltplan war ich doch etwas außer Übung.

Schwieriger hat sich die Beschaffung mancher Teile gestaltet. Es gibt wenige Lieferanten, die Teile, die sie anbieten, auch lagernd führen. Mehrere Nachlieferungen alleine von einer Firma aus Berlin waren notwendig, bis alles parat lag. Die Reinhöfer-Teile waren vor dem Rest da. Mehrere Röhren-Fabrikate konnten problemlos im Netz beschafft werden. Verschiedene Kondensatoren liegen zum Austesten bereit. Freu‘ mich schon drauf!

Klang:

Nach längerer Einspielzeit kamen dann die Vorzüge zum Vorschein. (Die Endstufe) rauscht so gut wie gar nicht. Bassfundament ist dank der Resos – zumindest für meinen Geschmack – genug vorhanden. Ortbarkeit der Instrumente, die Räumlichkeit und Tiefenstaffelung sind erstaunlich. Auch Feininformationen werden nicht verschwiegen. Kurz gesagt, eine musikalisch ganzheitliche Darbietung, die einfach nur begeistert und die Technik in den Hintergrund treten lässt.

Einziges Manko gegenüber meinen Lieblingsendstufen ist die relativ schmale Bühne. Vielleicht tut sich noch was beim Austesten weiterer Röhrenfabrikate und Kondensatoren?

Worauf ich wirklich gespannt bin, wie sich die EMS- LB12EX an der PL82 anhören. Ein wunderbarer Breitbänder, der auch mit wenig Leistung große Vorstellung macht.

Es hat Spaß gemacht.
Danke für den vorausgegangenen netten Kontakt.

Mit bestem Gruß!
Hans- Jörg Kohler

Aus meiner Antwort an Hans-Jörg Kohler:

Hallo Herr Kohler,

mit Ihrem Aufbaubericht haben Sie mir eine große Freude gemacht! Vielen Dank! So ganz verschämt hofft man ja doch, den ein oder anderen Leser dazu anzuregen, ein eigenes Projekt anzugehen. Ich weiß zwar, dass hier und dort emsig gewerkelt wird, aber Sie sind der Erste, der sich mit einem fertigen Verstärker meldet. Ich bin begeistert, dass Sie dabei Anregungen aus unserer Veröffentlichung aufgegriffen haben, aber durchaus auch eigene Wege gegangen sind – chapeau! Ich denke, dass auch Ihre Endstufe in der Lage ist, die Unterschiede zwischen Röhrenfabrikaten, aber auch verschiedenen Koppelkonden-satoren aufzuzeigen. Insofern ist sicher noch die eine oder andere Überraschung zu erwarten, auch in Bezug auf die Breite der Bühne!

Restsonntagsgrüße –
Michael Münch