Die 10 neuesten Beiträge

Kommentare

Kom­men­ta­re schal­te ich frei, nach­dem ich sie mir ange­se­hen habe. Dabei kann es zu klei­nen Ver­zö­ge­run­gen kom­men.

Wegen ver­stärk­ten Auf­kom­mens von Kom­men­tar-Spam habe ich ein Plug­in instal­liert, das sol­che Stö­run­gen unter­bin­den soll. Soll­te ein berech­tig­ter Kom­men­tar nicht eini­ger­ma­ßen zeit­nah von mir frei­ge­schal­tet wer­den, ist er viel­leicht dem Plug­in zum Opfer gefal­len. In die­sem Fall bit­te per Email nach­ha­ken!

MiMü am 06.November 2017:

Kehraus

Gele­gent­lich tut es gut, den Brow­ser­cache zu lee­ren, den Desk­top des Rech­ners auf­zu­räu­men, tem­po­rä­re Daten zu löschen und über­haupt ein wenig Archiv­ar­beit zu leis­ten. Den Schreib­tisch in die Akti­on ein­zu­be­zie­hen, kann bestimmt nix scha­den. Das schreibt hier übri­gens einer, des­sen Arbeits- und Denk­mö­bel als Heim­statt krea­ti­ven Cha­os´ zu bezeich­nen eine scham­lo­se Beschö­ni­gung wäre! Tat­säch­lich ahne ich, dass der Zustand mei­nes Arbeits­plat­zes eini­ges aus­sagt über mich als Nut­zer und über den Grad an Unord­nung auch in mei­nen Gedan­ken …

Das eben Erwähn­te gilt natür­lich eben­so für die Men­ge an musi­ka­li­schen Ein­drü­cken, die sich suk­zes­si­ve im Kopf ansam­melt. Bei­zei­ten muss ich mei­ne inne­re Fest­plat­te auf­räu­men, wenn ich mal wie­der an die Gren­zen mei­ner musi­ka­li­schen Auf­nah­me­fä­hig­keit sto­ße. Gera­de­zu ver­ses­sen auf “Stil­le im Kopf”, höre ich dann tage­lang kaum mehr Musik, las­se Radio, Anla­ge und Spo­ti­fy aus­ge­schal­tet und ver­schie­be nach Mög­lich­keit Ein­käu­fe in Muz­ak-ver­seuch­ten Ver­brau­cher­märk­ten auf spä­ter.

Elbsandsteingebige

Elb­sand­stein­ge­bi­ge / Säch­si­sche Schweiz - © Dirk G. (einer unse­rer Wan­der­freun­de)

Inso­fern kam mir eine schon län­ger geplan­te Wan­der­wo­che in der Säch­si­schen Schweiz mehr als recht! Sechs Tage waren wir unter­wegs, ins­ge­samt etwa 80 km leg­ten wir an vier Wan­der­ta­gen per pedes zurück. Obwohl wir eine neun­köp­fi­ge Grup­pe waren - elf, wenn man die Hun­de mit­zählt - war reich­lich Zeit zum Schwei­gen, zum Nach­den­ken - kurz­um: zum Run­ter­kom­men. Gera­de in den Tagen zuvor hat­te ich mich musi­ka­lisch über­la­den, in jeder frei­en Minu­te freu­te ich mich hörend über mei­nen neu­en Plat­ten­dre­her. Das geschah zwar auf sehr hohem klang­li­chen Niveau, aber das ret­te­te mich gera­de nicht davor, es mit dem Input quan­ti­ta­tiv zu über­trei­ben.

Fastenbrechen

Nach dem viel zu schnell ver­gan­ge­nen Urlaub gilt es nun, auf behut­sa­me Art und Wei­se wie­der Musik “nach­zu­fül­len”.


Cæcilie Norby & Lars Danielsson - Just the Two of Us (LP, 2015)

© ACT

Auf ein Album habe ich mich beson­ders gefreut: Cæci­lie Nor­by & Lars Dani­els­son - Just the Two of Us (LP, ACT 2015). Die däni­sche Vokal­ar­tis­tin und der schwe­di­sche Aus­nah­me­bas­sist sind pri­vat ein Paar, aber hier erst­mals als Duo auf einem gemein­sa­men Album zu hören.

Man muss sich schon etwas trau­en, wenn man ein Album mit einer Cover-Ver­si­on des Joni Mit­chell-Titels Both Sides Now beginnt. Doch schon nach den ers­ten gezupf­ten Bass­tö­nen und dem Ein­set­zen der die mitt­le­ren Lagen aus­lo­ten­den Stim­me der Sän­ge­rin weicht die Skep­sis des Zuhö­rers.

Die ver­sier­te Jazz-Voka­lis­tin Nor­by beherrscht den Blues eben­so wie den Scat-Gesang. Glei­cher­ma­ßen viel­sei­tig der Bass­mann Dani­els­son: mühe­los zwi­schen per­kus­si­vem Spiel, Akkord-Beglei­tung und solis­ti­schen Antei­len wech­selnd lie­fert er jeder­zeit das Pen­dant zum voka­len Trei­ben sei­ner Duo-Part­ne­rin. Hier bean­sprucht nie­mand die Anfüh­rer­schaft, bei­de stel­len sich in den Dienst der mehr als guten Sache. So wird die­se Plat­te zum Doku­ment eines gro­ßen Ein­ver­ständ­nis­ses der bei­den Künst­ler, wohl auch und vor allem auf der mensch­li­chen Ebe­ne … Hoch­emo­tio­nal!

Nach etwas mehr als 45 min. endet die­ses vor­züg­lich gepress­te Vinyl­al­bum mit einer ein­drucks­vol­len Ver­si­on von Leo­nard Cohens Hal­le­lu­jah.


Tschaikowsky - Konzert für Violine und Orchester D-dur op.35 - David Oistrach, Violine

© MELODIA/eurodisc

Tschai­kow­ski - Kon­zert für Vio­li­ne und Orches­ter D-dur op.35 - David Ois­trach, Vio­li­ne - Diri­gent: Kyrill Kondra­schin - Staat­li­ches Sin­fo­nie­or­ches­ter der UdSSR (LP 1959, MELODIA/eurodisc)

Mein neu­er Plat­ten­dre­her schließt mir nun auch das Tor zur Klas­sik wei­ter auf. Ich habe eine Viel­zahl von Klas­sik-Vinyl­al­ben, die aber bis­her eher Bei­fang waren auf mei­nen Streif­zü­gen über die Floh­märk­te und durch die sozia­len Kauf­häu­ser der Regi­on.

Neu­lich hör­te ich zu tech­ni­schen Ver­gleichs­zwe­cken (tube rol­ling) etli­che Male hin­ter­ein­an­der das Tschai­kow­ski-Vio­lin­kon­zert D-dur op.35. Solis­tin: Anne-Sophie Mut­ter unter Her­bert von Kara­jan mit den Wie­ner Phil­har­mo­ni­kern. Als ich mich da rein­ge­groo­ved hat­te, mach­te es ordent­lich Spaß, der zum Auf­nah­me­zeit­punkt 1988 noch jun­gen Frau beim unbe­küm­mer­ten Bewäl­ti­gen der vie­len ein­ge­bau­ten Schwie­rig­kei­ten zuzu­hö­ren. Es hat­te aller­dings auch ein biss­chen was von einer Rei­hung lau­ter ein­zel­ner klei­ner Kunst­stück­chen. Hier ein drei­fa­cher Ritt­ber­ger, gleich dar­auf dop­pel­ter Toeloop, wenig spä­ter ein sound­so­viel­fa­cher Sal­cho - und das alles auf der Gei­ge!

Ich weiß nicht, was mich dann ritt, dass ich noch mal zur Plat­ten­samm­lung ging und nach ande­ren Auf­nah­men des Tschai­kow­ski-Kon­zerts sah. Jeden­falls hielt ich nach kur­zer Suche die ein­gangs genann­te Plat­te mit David Ois­trach als Solist in der Hand. Kur­zer prü­fen­der Blick auf die Plat­ten­ober­flä­che, sofor­ti­ger Gang zur Plat­ten­wasch­ma­schi­ne und drauf damit auf den Plat­ten­tel­ler. Was sich nun ent­fal­te­te, war frei­lich von ganz ande­rem Kali­ber. Natür­lich ist Ois­trach ein bril­li­an­ter Tech­ni­ker, aber erst sei­ne Ein­spie­lung erschließt mir auch die emo­tio­na­le Tie­fe des Kon­zerts. Ich bin nicht nur davon begeis­tert, son­dern auch von der klang­li­chen Qua­li­tät die­ser alten Vinyl­schei­be! Auf jeden Fall ein wür­di­ger Kan­di­dat, mich nach dem Urlaub wie­der mit Musik “auf­zu­la­den”!


Paolo Conte - Concerti (2LP 1985, Live)

© CGD

Pao­lo Con­te - Con­cer­ti (2LP 1985, Live). Die­se Plat­te habe ich hier im Blog schon mal erwähnt. Mal abge­se­hen davon, dass ich von der Unmit­tel­bar­keit die­ser Live-Auf­nah­men des ita­lie­ni­schen Lie­der­ma­chers und Chan­son­niers gera­de­zu elek­tri­siert bin, nut­ze ich sie gern, um in mei­ner Anla­gen­ket­te ver­schie­de­ne Röh­ren­fa­bri­ka­te ver­glei­chend gegen­ein­an­der antre­ten zu las­sen. Über­dies ist das eine Ein­spie­lung, die die Span­nung von der ers­ten bis zur vier­ten Plat­ten­sei­te hält.

Ges­tern hör­te ich eini­ge aus­ge­wähl­te Stü­cke im Rah­men mei­ner Akti­on “vor­sich­tig wie­der an gute Musik gewöh­nen”!


Und wenn’s rich­tig fet­zen soll, ohne dass es pein­lich wird, fällt mei­ne Wahl gern mal auf eine Plat­te von Wolf Maahn. Ich fin­de, dass Maahn einer der­je­ni­gen ist, auf die der Begriff “unter­schätzt” unbe­dingt zutrifft. Er ist nicht nur jemand, der die Musik noch von Hand macht, son­dern auch ein Musi­kant im bes­ten Sin­ne, den ich auch wegen sei­ner Tex­te bewun­de­re. Mein Lieb­lings­song von ihm fin­det sich auf dem Album “Klei­ne Hel­den” (LP 1986) und heißt Ich wart auf Dich.

Auf sol­che Ide­en muss man erst mal kom­men:

Ich bin müde -
und ich wünsch mir jetzt Dein Kleid vol­ler Leben
So möcht ich Dich eine Ziga­ret­te rau­chen sehn
Um dann müde in Dich zu krie­chen …

Wolf Maahn - Ich wart auf Dich

Wolf Maahn - Was? (LP 1989)

© EMI

Dies­mal grei­fe ich aber nicht zu “Klei­ne Hel­den”, son­dern zu Wolf Maahn - Was? (LP 1989). Ich zapp­le noch ein biss­chen durchs Wohn­zim­mer, zu Stun­de um Stun­de, und schal­te dann die Anla­ge aus. Für dies­mal ist es genug, mein inne­rer Kon­zert­saal ist wie­der bestückt. Neue musi­ka­li­sche Aben­teu­er kön­nen kom­men - ich bin vor­be­rei­tet!

Eine Antwort hinterlassen

Sie können diese HTML-Tags verwenden.

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>