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Kommentare

Kom­men­ta­re schal­te ich frei, nach­dem ich sie mir ange­se­hen habe. Dabei kann es zu klei­nen Ver­zö­ge­run­gen kom­men.

Wegen ver­stärk­ten Auf­kom­mens von Kom­men­tar-Spam habe ich ein Plug­in instal­liert, das sol­che Stö­run­gen unter­bin­den soll. Soll­te ein berech­tig­ter Kom­men­tar nicht eini­ger­ma­ßen zeit­nah von mir frei­ge­schal­tet wer­den, ist er viel­leicht dem Plug­in zum Opfer gefal­len. In die­sem Fall bit­te per Email nach­ha­ken!

MiMü am 21.Oktober 2015:

Über den Audionisten

Mein Weg als Hörer und Bastler

Die­sen Text habe ich im Jahr 2004 für das Por­tal www.radiomuseum.org geschrie­ben. Ich habe ihn nun leicht modi­fi­ziert und ergänzt:

meine Mutter 1966, im Hintergrund unser Radio

mei­ne Mut­ter 1966, im Hin­ter­grund unser Radio

Eine Kind­heits­er­in­ne­rung aus den frü­hen 60er Jah­ren: mei­ne Mut­ter hör­te neben­bei den gan­zen Tag Radio, meist lief der bri­ti­sche Armee­sen­der BFBS – damit zog die eng­lisch­spra­chi­ge Schla­ger­kul­tur bei uns ein. Jeder ist halt das Kind sei­ner Zeit, und vor dem Röh­ren­ra­dio auf den Kni­en auf dem Tep­pich her­um­rut­schend – des­sen Mus­ter eig­ne­ten sich her­vor­ra­gend als Stra­ßen für mei­ne Spiel­zeug­au­tos – sog ich das so neben­bei mit ein: wenn ich heu­te Dinah Washing­tons “Sep­tem­ber in the Rain” höre, läuft mir ein woh­li­ger Schau­er über den Rücken. Vie­le wer­den sich noch an das Duett von Peter Sel­lers und Sophia Loren “Good­ness Gra­cious Me” erin­nern, in dem eine Pati­en­tin ihrem Arzt, in den sie ver­liebt ist, von ihrem abnor­men Herz­klop­fen berich­tet “…it goes boom boo­die boom boo­die boom…” – das alles aus einem Schaub-Lorenz Radio, es könn­te das Modell West­mins­ter 59 gewe­sen sein.

mein Onkel Willi, DL3XH, an seiner Amateurfunk-Station (1980)

mein Onkel Wil­li, DL3XH, an sei­ner Ama­teur­funk-Sta­ti­on (1980)

Mei­ne ers­ten Erin­ne­run­gen, die mit der Radio­tech­nik zu tun haben, stam­men aus der Mit­te der 60er Jah­re und sind mit Besu­chen bei mei­nem Onkel (Ama­teur­funk- Ruf­zei­chen DL3XH) ver­bun­den, aus des­sen Funk­bu­de ich schon als Knirps nur schwer her­aus­zu­schla­gen war. Wenn ich heu­te mit der Nase in die Nähe der Rück­wand eines lau­fen­den Röh­ren­ra­di­os kom­me und viel­leicht noch die Augen zuma­che, füh­le ich mich sofort dort­hin zurück­ver­setzt. Der Onkel war ein groß­ar­ti­ger Bast­ler, und irgend­wann löte­te er mir aus einem alten Dreh­kon­den­sa­tor, einer schnell gewi­ckel­ten Spu­le auf einem Tablet­ten­röhr­chen und einer Ger­ma­ni­um­di­ode mei­nen ers­ten Detek­tor­emp­fän­ger zusam­men. Ich bekam noch einen alten Bügel­kopf­hö­rer (2×2000 Ohm) und vie­le Meter Kup­fer­lack­draht als Anten­ne mit auf den Weg. Ein paar Tage ging alles gut, bis dann – es war ein flie­gen­der Auf­bau – an der Diode ein Draht abbrach, da war dann die Herr­lich­keit vor­bei. Das war schon ein ziem­li­cher Tief­schlag, denn Mit­te der 60er Jah­re war es für einen acht­jäh­ri­gen Stepp­ke nicht so ganz ein­fach, Kon­takt zum ent­fernt woh­nen­den Onkel auf­zu­neh­men. Immer­hin war ich nun end­gül­tig infi­ziert, und es kann dann nicht mehr lan­ge gedau­ert haben, bis ich mei­nen Eltern mei­nen ers­ten RADIOMANN abge­bet­telt hat­te.

Zeit­wei­se hat­te ich mit Röh­ren zu tun, als ich als Tech­ni­ker unse­rer Schul­rock­band etli­che Male die Röh­ren­ver­stär­ker von Mar­shall oder Oran­ge wie­der zusam­men­ge­flickt habe. Den Röh­ren-Ein­krei­ser aus dem Buch “Radio­bas­teln für Jun­gen” von Heinz Rich­ter habe ich in der Zeit auch mal auf­ge­baut. Die Ära der Röh­ren­ra­di­os war aber Mit­te der 70er eigent­lich schon vor­bei, und inter­es­siert haben mich die Din­ger damals noch gar nicht.

1986 dann, als Fami­li­en­va­ter, habe ich mei­ne Ama­teur­funk-Lizenz­prü­fung abge­legt (DG4BAI, spä­ter DH1BAT) und mich schnell auf den Selbst­bau mei­ner Gerät­schaf­ten (Ama­teur­fern­se­hen bis 13 cm) kon­zen­triert. Auch da wie­der Röh­ren­kon­takt: die Schei­ben­tri­ode 2C39BA in selbst­ge­bau­ten Sen­de-End­stu­fen für 2m und 70 und 23cm. Noch kei­ne Spur von Inter­es­se für Röh­ren­ra­di­os. 1991 gab ich die Fun­ke­rei auf, da mir nach einem Umzug die Anten­nen­ge­neh­mi­gung des neu­en Ver­mie­ters fehl­te.

Und so bin ich ca. 2002 auf die alten Radi­os gekom­men: ich wünsch­te mir ein Radio für mei­ne klei­ne Frei­zeit-Werk­statt im Schup­pen. Da habe ich erst­mals über ein Röh­ren­ra­dio nach­ge­dacht, bei ebay nach­ge­schaut und war völ­lig baff über das Rie­sen­an­ge­bot an Gerä­ten. Das ers­te erstei­ger­te Radio war ein Tele­fun­ken Jubi­la­te 7, und wit­zi­ger­wei­se stell­te sich her­aus, dass der Anbie­ter nur 20 km von hier wohn­te, da habe ich das Teil gleich per­sön­lich abge­holt. Ich kam gegen 20 Uhr mit dem Radio zuhau­se an, setz­te es sofort in Betrieb und geriet zufäl­lig in eine Radio­sen­dung auf WDR4, die ich seit­dem regel­mä­ßig höre, die “Schel­lack-Schätz­chen”, und anschlie­ßend auf dem glei­chen Sen­der um 21:05 Uhr “Go Götz Go”, eine von Götz Als­mann mode­rier­te Sen­dung mit easy-lis­ten­ing-music der 50er, 60er Jah­re (inzwi­schen haben die bei­den Sen­dun­gen den Sen­de­platz getauscht). Bei­des Pro­gram­me, bei denen mein neu­es altes Radio sei­ne Qua­li­tä­ten voll aus­ge­spielt hat. Ja, und da habe ich wohl mein Herz ver­lo­ren an die alten Käs­ten…

Nun – ein paar Jah­re spä­ter – ste­hen die Gerä­te im gan­zen Haus ver­teilt. Es waren mal an die 40 Stück, eini­ge habe ich wie­der weg­ge­ge­ben, die Zahl hat sich auf um 20 ein­ge­pen­delt. Wenn ein neu­es dazu­kommt, muss ein ande­res dafür weg – sonst fres­sen einen die Din­ger auf. Schön fin­de ich, dass man so einen Pati­en­ten in einer über­schau­ba­ren Anzahl von Hob­by­a­ben­den kurie­ren kann, und er dankt es einem mit einer ganz eige­nen Art von Wär­me und Behag­lich­keit, die er ins Wohn­um­feld ein­bringt.

Nachtrag, ein paar Jährchen später (Juli 2011):

Aus der Fas­zi­na­ti­on, die von den alten Emp­fangs­ge­rä­ten aus­ging, ent­stand zunächst das Inter­es­se an der Musik aus der Röh­ren­ra­dio-Ära und par­al­lel dazu der Wunsch, Musik zukünf­tig aus­schließ­lich über Röh­ren­ge­rä­te zu hören. Der Bestand an Röh­ren­ra­di­os hat daher inzwi­schen noch­mals ein wenig abge­nom­men, da Platz geschaf­fen wer­den muss­te für mei­ne Eigen­bau-Ver­stär­ker. Bald fiel dann auch die Ent­schei­dung, wie­der eine rein ana­lo­ge Hör­ket­te auf­zu­bau­en. Also muss­te ein Plat­ten­spie­ler beschafft und wie­der in einen gebrauchs­fä­hi­gen Zustand ver­setzt wer­den. Mitt­ler­wei­le kann man mich recht häu­fig auf Floh­märk­ten tref­fen – dort erbeu­te ich mei­nen Nach­schub an Vinyl-Schall­plat­ten mit Musik nicht nur aus der Dampf­ra­dio-Epo­che.

Nach wie vor bin ich ein begeis­ter­ter Radio­hö­rer. Ich mei­de die Dudel­funk­sen­der, also die mit dem “…bes­ten Mix der 70er, 80er und 90er Jah­re und dem Bes­ten von heu­te…”, deren Pro­gramm nur noch aus über­lau­ten ver­jingle­ten Absichts­er­klä­run­gen besteht. Unter Qua­li­täts­ra­dio ver­ste­he ich ein redak­tio­nell auf­be­rei­te­tes Pro­gramm mit einem guten Nach­rich­ten­teil, fun­dier­ter poli­tisch-gesell­schaft­li­cher und kul­tu­rel­ler Bericht­erstat­tung sowie Musik­sen­dun­gen, die von musik-sach­kun­di­gen Redakteuren/innen gestal­tet wer­den. So etwas kann man durch­aus fin­den. Für mei­ne Regi­on (Nord­wes­ten) emp­feh­le ich die Sen­der WDR5, Nord­west­ra­dio, NDR Kul­tur und dar­über hin­aus Deutsch­land­ra­dio Kul­tur sowie Deutsch­land­funk. Auf­ge­merkt: das sind samt und son­ders öffent­lich-recht­li­che Sen­der! Es sei aber auch nicht ver­schwie­gen, dass es gera­de hier oben im Nor­den einen öffent­lich-recht­li­chen Radio­sen­der gibt, der nach mei­nem Emp­fin­den die kom­mer­zi­ell aus­ge­rich­te­ten Pri­va­ten in Sachen Qua­li­tät noch zu unter­bie­ten imstan­de ist… Davon hal­te ich Abstand.

Trauriger Nachtrag im Februar 2012:

Der Sen­der WDR4 hat die wei­ter oben erwähn­te Sen­dung “Schel­lack-Schätz­chen” Ende Janu­ar ein­ge­stellt und sogar alle Archiv­sei­ten zu die­ser Sen­dung aus der Home­page getilgt. Ich ver­lin­ke auf das Blog von Gud­run Euss­ner. Die hat sich schon im ver­gan­ge­nen Novem­ber ihre zutref­fen­den Gedan­ken dazu gemacht.

Aktualisierung im Herbst 2015:

Nach­dem der vor­ste­hen­de Text meh­re­re Jah­re lang Bestand­teil mei­nes Web­logs “der Radion­ist” war, über­neh­me ich ihn nun für das Fol­ge­pro­jekt, das Hör-Tage­buch “der Audion­ist”.

Aktualisierung August 2017

Am 4. Juli 2017 starb 88jährig mein Onkel Wil­li “Wim” Münch, der Funk­ama­teur. Das war mir Anlass für einen Nach­ruf hier im Audion­is­ten Blog: silent key: Wim, DL3XH.