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Kommentare

Kom­men­ta­re schal­te ich frei, nach­dem ich sie mir ange­se­hen habe. Dabei kann es zu klei­nen Ver­zö­ge­run­gen kom­men.

Wegen ver­stärk­ten Auf­kom­mens von Kom­men­tar-Spam habe ich ein Plug­in instal­liert, das sol­che Stö­run­gen unter­bin­den soll. Soll­te ein berech­tig­ter Kom­men­tar nicht eini­ger­ma­ßen zeit­nah von mir frei­ge­schal­tet wer­den, ist er viel­leicht dem Plug­in zum Opfer gefal­len. In die­sem Fall bit­te per Email nach­ha­ken!

MiMü am 05.Oktober 2017:

Phonovorstufe mit EF86

EF86-RIAA mit aktiver Entzerrung

EF86-RIAA mit akti­ver Ent­zer­rung

Seit län­ge­rem betrei­be ich eine Pho­no­vor­stu­fe - ab jetzt kurz RIAA genannt - mit pas­si­ver Ent­zer­rung und einer E88CC je Kanal als Röh­re. Eben­so lan­ge tra­ge ich mich mit dem Gedan­ken, zum Ver­gleich eine RIAA mit akti­ver Ent­zer­rung, also mit fre­quenz­ab­hän­gi­ger Gegen­kopp­lung zu haben. Vor Jah­ren stol­per­te ich über ein von Tobi­as Her­mann ver­öf­fent­lich­tes Kon­zept mit EF86 im Ein­gang und ECC81 als Trei­ber und Katho­den­fol­ger-Aus­gangs­stu­fe. Genau das Teil habe ich schon mal nach­ge­baut, mit dem Ergeb­nis war ich aber eini­ger­ma­ßen unzu­frie­den. Das aller­dings zu einer Zeit, als ich im Umgang mit sol­chen Schal­tun­gen noch recht uner­fah­ren war. Es kann dem­zu­fol­ge gut sein, dass ich damals feh­ler­haft auf­ge­baut habe.

Brummfrei mit - oder trotz - Wechselstromheizung

Also auf ein Neu­es! Um mir die Sache nicht all­zu ein­fach zu machen, habe ich mir vor­ge­nom­men, die Vor­stu­fe mit Wech­sel­strom zu hei­zen. Die Span­nungs­ver­sor­gung soll über ein abge­setz­tes Netz­teil per Nabel­schnur erfol­gen.

Im Fol­gen­den wird es dar­um gehen, wie ich die RIAA auf­ge­baut und brumm­frei bekom­men habe. Wer Grund­sätz­li­ches über die Schal­tung wis­sen möch­te, sei auf die Aus­füh­run­gen von Tobi­as Her­mann ver­wie­sen. Nach­fol­gend das Schalt­bild - wer es mit dem Ori­gi­nal ver­gleicht, stellt fest, dass ich die bei­den RC-Glie­der in der Span­nungs­ver­sor­gung ver­än­dert habe: ich ver­wen­de zwei 100µF-Elkos statt je einen 47µF und 10µF. Sonst bleibt alles so, wie von Tobi­as Her­mann beschrie­ben:

EF86-RIAA (nach Tobias Hermann)

EF86-RIAA (nach Tobi­as Her­mann)

Allgemeines

Rea­li­siert habe ich die RIAA auf Lötö­sen­leis­ten. Von Anfang an war die Ver­wen­dung eines Alu­mi­ni­um-Druck­guss­ge­häu­ses 1590F von Ham­mond vor­ge­se­hen, das erklärt die qua­dra­ti­sche Mon­ta­ge­plat­te aus 3mm Alu­mi­ni­um.

RIAA mit EF86 - Aufbau auf Lötösenleisten

RIAA mit EF86 - Auf­bau auf Lötö­sen­leis­ten

zwei PIO-(paper in oil)-Kondensatoren am Ausgang der RIAA

zwei PIO-(paper in oil)-Kondensatoren am Aus­gang der RIAA

Hier ein Bestü­ckungs­plan eines Kanals der RIAA. Der zwei­te Kanal ist spie­gel­bild­lich bestückt.

Bestückung eines Kanals der RIAA. Der zweite Kanal ist spiegelbildlich zu bestücken.

Bestü­ckung eines Kanals der RIAA. Der zwei­te Kanal ist spie­gel­bild­lich zu bestü­cken.

WICHTIG: an Pin 2 und Pin 7 der EF86 lie­gen zwei getrenn­te inter­ne Abschirm­ble­che der Röh­re. Die­se sind bei­de mit der Gerä­te­mas­se zu ver­bin­den. In man­chen Sockel­be­schal­tungs-Dia­gram­men sieht es so aus, als sei­en die­se bei­den Pins ohne­hin intern mit­ein­an­der ver­bun­den. Das ist aber kei­nes­wegs der Fall! Ich bin froh, dass ich das irgend­wann her­aus­ge­fun­den habe: es gab Ein­streu­un­gen in eine der EF86, und zwar vom Netz­tra­fo des neben der RIAA ste­hen­den DAC. Dabei durf­te das eigent­lich nicht sein, denn die EF86 hat doch ein inter­nes Abschirm­blech … - irgend­wann ent­deck­te ich dann im Daten­blatt, dass es hier zwei getrenn­te Ble­che gibt. Schnell einen Draht vom mit Mas­se ver­bun­de­nen Pin 2 zu Pin 7 gezo­gen, dann war Ruhe im Kar­ton!

Das nächs­te Bild zeigt die gesam­te Bau­grup­pe fer­tig mon­tiert im Gehäu­se. Die Steck­ver­bin­der für die Nabel­schnur zum Netz­teil sind Har­ting HAN 3A-Typen.

Eingebaut ins Hammond-Gehäuse. Rechts zwei Harting-Steckverbindungen für die Spannungsversorgung

Ein­ge­baut ins Ham­mond-Gehäu­se. Rechts zwei Har­ting-Steck­ver­bin­dun­gen für die Span­nungs­ver­sor­gung

Hier schließ­lich die RIAA mit­samt Netz­teil:

RIAA-Rückansicht mit Netzteil

RIAA-Rück­an­sicht mit Netz­teil

Brummrelevantes

Ich habe pein­lichst drauf geach­tet, dass die Mas­se der Schal­tung (Gerä­te­mas­se) nir­gends direk­ten Kon­takt zum Gehäu­se hat. Die Cinch­buch­sen sind also iso­liert zu mon­tie­ren und die Buch­sen­mas­sen sind mit ein­zel­nen Kabeln mit dem zen­tra­len Gerä­te-Mas­se­punkt zu ver­bin­den. Abschir­mun­gen dür­fen nur an einem Ende mit der zen­tra­len Gerä­te­mas­se Kon­takt haben. Auch die Mas­se­klem­me wird iso­liert mon­tiert und per Kabel mit dem zen­tra­len Mas­se­punkt ver­bun­den.

Das Netzteil

Die Hochspannungs-Versorgung
das externe Netzteil und seine Anbindung an die RIAA

das exter­ne Netz­teil und sei­ne Anbin­dung an die RIAA - zum Ver­grö­ßern ankli­cken

Das RC-gesieb­te Netz­teil weist kei­ne Beson­der­hei­ten auf. Auf den Lade­el­ko fol­gen zunächst drei RC-Glie­der, die ins­ge­samt eine aus den Bau­tei­len berech­ne­te Dämp­fung uner­wünsch­ter Stör­si­gna­le von -120dB auf­wei­sen - bezo­gen auf eine Ripp­le-Fre­quenz von 100Hz, die bei Brü­cken­gleich­rich­tung der 50Hz-Netz­span­nung ent­steht. Im RIAA-Gehäu­se selbst fin­den sich je Kanal noch­mals zwei RC-Glie­der mit zusätz­li­chen -85dB Dämp­fung - zusam­men also -205db Dämp­fung von 100Hz-Brum­m­an­tei­len auf der Ver­sor­gungs­span­nung der Vor­röh­ren. Das ist mehr als ordent­lich!

Nun zu den Beson­der­hei­ten:

  • der Minus­pol der Netz­teil­schal­tung ist nir­gends (!) mit dem metal­li­schen Netz­teil­ge­häu­se zu ver­bin­den!
  • Minus Netz­teil­span­nung ist zwin­gend (!) am Minus-Anschluss des Lade­el­kos abzu­neh­men und über die Nabel­schnur dem zen­tra­len Gerä­temas­se-Punkt der RIAA zuzu­füh­ren!
  • der Schutz­lei­ter muss lei­tend mit dem metal­li­schen Netz­teil-Gehäu­se ver­bun­den wer­den und wird dann über die Nabel­schnur durch­ge­schleift zur RIAA. Dort wird er mit dem metal­li­schen Ham­mond-Gehäu­se ver­schraubt. Die­ser Ver­bin­dungs­punkt wird RIAA-Gehäu­semas­se genannt.
  • in der RIAA ste­hen zen­tra­le Gerä­te­mas­se und Gehäu­se­mas­se über einen 100Ω-Wider­stand in elek­tri­schem Kon­takt.
Die Heizung und deren Massebezug
Die Heizung und deren Massebezug

Die Hei­zung und deren Mas­se­be­zug - zum Ver­grö­ßern ankli­cken

Die Heiz­span­nung wird - eben­so wie die Hoch­span­nung - über eine sepa­ra­te, aller­dings abge­schirm­te, Nabel­schnur zur RIAA geführt. Dazu ver­wen­de ich ein abge­schirm­tes Netz­ka­bel. Die Abschir­mung wird nur am netz­teil­sei­ti­gen Ende mit der Gehäu­se­mas­se des Netz­teils ver­bun­den und endet im Nabel­schnur-Ste­cker offen.

Die übli­che Metho­de, bei­de Heiz­span­nungs-Adern über jeweils 100Ω auf Mas­se zu legen, kön­nen wir hier nicht anwen­den. Die Aus­gangs­stu­fe der RIAA ist ein Katho­den­fol­ger. Dadurch lie­gen - ich hab’s gemes­sen! - an der Katho­de des zwei­ten Sys­tems der ECC81 etwa +100V an. Die Röh­re ver­trägt aller­dings zwi­schen Katho­de und Heiz­fa­den ledig­lich einen Poten­ti­al­un­ter­schied von 80V. Der wäre bei einer “geer­de­ten” Hei­zung schon über­schrit­ten. Ich habe die Sache hier so gelöst, dass ich die Sym­me­trier­wi­der­stän­de an einen Punkt mit höhe­rem Poten­ti­al lege, den ich mir durch einen Span­nungs­tei­ler schaf­fe - die im obi­gen Schalt­bild sicht­ba­re Rei­hen­schal­tung 100kΩ/390kΩ. Dort fal­len am 100kΩ-Wider­stand ca. 53V ab. Dar­an lege ich die Sym­me­trier­wi­der­stän­de. War­um nicht 100V am Span­nungs­tei­ler? Tja, damit wäre die Katho­de des Aus­gangs­sys­tems der ECC81 wohl ein­ver­stan­den, aber dann schwitzt Sys­tem 1: des­sen Katho­de liegt im Betrieb an ca. 0,5V. Mit einem Hei­zungs-DC-Off­set von +53V sind bei­de Katho­den zufrie­den. Und was ist mit der EF86? Die kommt eben­falls gut klar damit: sie ist mit einer maxi­ma­len Span­nung von 100V zwi­schen Hei­zung und Katho­de ange­ge­ben.

Schließ­lich braucht die Hei­zung noch einen Mas­se­be­zug. Den lie­fert hier ein 10µF-Kon­den­sa­tor zwi­schen DC-Off­set-Punkt und Mas­se.

Die Heiz­lei­tun­gen in der RIAA bestehen aus dop­pel­po­li­gen, abge­schirm­ten Lei­tun­gen. Ich habe mir ange­wöhnt, die Abschir­mun­gen von Heiz­lei­tun­gen mit der Gehäu­semas­se zu ver­bin­den. Und immer dran den­ken: Abschir­mun­gen nie als Lei­tun­gen ver­wen­den und nur an einem Ende an Mas­se schal­ten!

Die Verkabelung rund um die Röhrenheizungen

Die Ver­ka­be­lung rund um die Röh­ren­hei­zun­gen. Der auf­merk­sa­me Leser wird bemer­ken, dass ich in mei­nem Gerät 82-Ohm-Wider­stän­de ver­baut habe statt sol­cher von 100 Ohm. Die 82er waren gera­de zur Hand - an der Funk­ti­on ändert das aber nix.

Ein/Aus-Schalter mittels Niederspannung
RIAA-Ein/Aus mittels Niederspannung

RIAA-Ein/Aus mit­tels Nie­der­span­nung

Um nicht auch noch die Netz­span­nung über die Nabel­schnur füh­ren zu müs­sen, wird die RIAA mit­tels Nie­der­span­nung ein- und aus­ge­schal­tet. Der klei­ne 6V-Tra­fo läuft zu die­sem Zweck dau­ernd durch. Das ist der Preis dafür, dass man das Netz­teil dann hin­ter den Schrank packen kann, wenn man will. Und im Schalt­bild sieht man jetzt, dass der Netz­teil-Tra­fo auch pri­mär­sei­tig abge­si­chert ist. Das Netz­teil wur­de frei auf einer Loch­ras­ter­pla­ti­ne ver­drah­tet. Mit allem Drum und Dran sieht der Vogel so aus:

das Netzteil

das Netz­teil

Die Nabelschnüre

Für die Zufüh­rung der Anoden­span­nung und der bei­den Nie­der­volt-Lei­tun­gen der Ein/Aus-Schal­tung habe ich Mehr­fach­ka­bel genom­men, das sonst für Anhän­ger­kupp­lun­gen ver­wen­det wird. Das zwei­te Kabel ist abge­schirmt und führt die Wech­sel­span­nung für die Röh­ren­hei­zung sowie den Schutz­lei­ter. Die Steck­ver­bin­der kom­men von Har­ting, Typ HAN 3A.

Vorläufiges Fazit

Die RIAA läuft seit ein paar Tagen. Sie besticht durch gerin­ges Rau­schen und Brumm­frei­heit. Das Rausch­bild ist aller­dings leicht dun­kel ein­ge­färbt. Tobi­as Her­mann erklärt dies mit dem Schro­trau­schen der Pen­to­de EF86. Da die­ses Rau­schen jedoch vom Pegel sehr viel nied­ri­ger als das Plat­ten-Grund­rau­schen liegt, beein­träch­tigt es den Hör­ge­nuss gar nicht.

Das Gerät repro­du­ziert luf­ti­ge Höhen, aus­ge­gli­che­ne Mit­ten und gut dif­fe­ren­zier­te Tie­fen. Die räum­li­che Dar­stel­lung erscheint sehr plas­tisch. Eine abschlie­ßen­de klang­li­che Beur­tei­lung steht noch aus - jeden­falls macht das Hören mit die­sem Gerät eine Men­ge Spaß!