GRANDE
Drei Triodenwatt für Liebhaber – Prolog

von Michael Münch und Segschneider

Das ist der GRANDE …

GRANDE - Drei Watt aus einer als Triode geschalteten Endpentode
GRANDE – Drei Watt aus einer als Triode geschalteten Endpentode

… und so klingt er:

Wir sprechen vom Klang. Und der ist das Beste an dieser Endstufe. Gegenüber einer PL82 ergeben sich ein Mehr an Feinzeichnung, an Differenzierung, an Dynamik und – für uns nicht das Wichtigste, aber für manche Audiophile ein Muss – ein Zuwachs an Kraft und Druck bei tiefen Tönen. Wir haben das zunächst an Lautsprechern vom Typ ALTEC Santana verifiziert, die sich in einem durchschnittlichen Wohnraum durchaus zu gehobener Zimmerlautstärke treiben lassen, ohne dass der GRANDE an eine Schmerzgrenze kommt. Für Qualitäten wie Feinzeichnung, kleine und kleinste Abstufungen in der Dynamik sowie für tonale Abstufungen ist der SABA freilich ein nochmals aussagefähigerer Testkandidat. Auch mit diesem Meister der leisen und feinen Töne harmoniert der GRANDE wunderbar, sogar in dieser Kombination ist er unserer PL82-Endstufe überlegen. Und, kritische Leser mögen uns dies Eigenlob verzeihen, wir haben keineswegs die schlechtest gebaute PL82-Endstufe zur Verfügung. Mehr wollten wir nicht erreichen.

Segschneider

Projektbeschreibung

In unserer sehr detaillierten Projektbeschreibung wird alles enthalten sein, was man braucht, um dieses Projekt nachzuvollziehen – vorausgesetzt, es liegen Erfahrungen im Umgang mit Röhrenschaltungen und speziell mit den zum Einsatz kommenden hohen Netz-, Wechsel- und Gleichspannungen vor.

Wir haften nicht für Schäden, die durch unsachgemäßes Vorgehen bei einem Nachbau entstehen können!

Wen wir jetzt neugierig gemacht haben, …

… dem raten wir: stay tuned! Ein paar Restarbeiten stehen noch an – sobald die erledigt sind, geht’s los mit der Projektbeschreibung.

Merkwürdiges aus meiner Plattensammlung

Im Laufe der Zeit sammeln sich allerlei seltsame Sachen an im Plattenregal. Zwei dieser Preziosen habe ich heute herausgezogen: einmal die Platte eines estnischen Violinisten namens Lemmo Erendy, zum zweiten ein Album des Singer-Songwriters Jim Croce.

Lemmo Erendy (1939 – 1996) existiert im Netz nur in der estnischen Wikipedia und einigen estnischsprachigen Webseiten. Auf der hier zu besprechenden Vinylscheibe spielt er Kompositionen der drei ebenfalls estnischen Komponisten Mati Kuulberg, Alo Poldmae und Raimo Kangro. Das alles hochprofessionell – alle vier sind studierte Leute, an der Musik gibt’s nichts zu mäkeln.

Lemmo Erendy - Lemmo Erendy (1990)
Lemmo Erendy – Lemmo Erendy (LP 1990)

Wer um alles in der Welt jedoch hat beim doch angesehenen russischen Plattenlabel Melodia den guten Lemmo dermaßen fehlberaten: sich da hinzustellen wie ein Musikbeamter an der Bushaltestelle – in beiger Dutzendklamotte? Oder wie ein Profikiller mit seinem getarnten Arbeitsgerät in einem unfreiwillig komischen Gangstermovie?

Aber damit nicht genug: hier die auf der Rückseite des Covers zu findenden Bilder der drei Komponisten:

Mati Kuulberg (1947-2001)
Mati Kuulberg (1947-2001)

Alo Poldmae (1945-)
Alo Poldmae (1945-)

Raimo Kangro (1949-2001)
Raimo Kangro (1949-2001)

Wenig besser als Verbrecherfotos … die drei wirken auf diesen Bildern wie Typen, die einem Kaurismäki-Film entsprungen sein könnten.


Jetzt kommen wir zu Jim Croce (1943-1973). Diesem amerikanischen Singer-Songwriter verdanken wir so herrliche Songs wie Bad, Bad Leroy Brown (1973), I Got A Name (1973), Time in A Bottle (1973) und I’ll Have To Say I Love You In A Song (1974 posthum erschienen). Am 20. September 1973 starb Croce bei einem Flugzeugabsturz. Am 1. Dezember 1973 erschien das Album I Got A Name.

Discogs zählt beim derzeitigen Stand 64 veröffentlichte Versionen dieses Albums. Auf beinah allen Alben prangt ein angemessenes Foto – nur auf einem findet sich die hier gezeigte Entgleisung, dabei handelt es sich ausgerechnet um eine 1976 in Deutschland erschienene Ausgabe.

Wer war denn da von allen guten Geistern verlassen, uns den armen Jim Croce so zu präsentieren? Am Tisch hängend wie ein Schluck Wasser in der Kurve, vor piefigen Topfblumen, im bunten Hemdchen mit Fluppe und Bier in der Hand, Burger mit Pommes in Griffweite … ?

Jim Croce - I Got A Name (1973)
Jim Croce – I Got A Name (LP 1973, Ausgabe für den deutschen Markt von 1976)

Aufgrund des schrecklichen Fotos erwartet man auf der Platte so’n Zeug wie Kreuzberger Nächte sind lang, aber doch nicht das feinsinnige Material, das Croce hier tatsächlich vorlegt. Wir wenden uns kopfschüttelnd ab …

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