Die 10 neuesten Beiträge

  • Warum gibt es Musik?

    Warum gibt es Musik?

    Der Dich­ter und Sän­ger Hein­rich von Mei­ßen, gen. Frau­en­lob, aus dem Codex Manes­se (via wiki­me­dia …mehr
  • Frohe Ostern! - und ein Osterei vom Audionisten …

    Frohe Ostern! - und ein Osterei vom Audionisten …

    Ostern beim Audion­is­ten. Foto © Micha­el Münch GRANDE - drei Triodenwatt für Liebhaber Ein Aprilscherz? …mehr
  • Miller vs. Maxwell

    Miller vs. Maxwell

    John Mil­ton Mil­ler, 1882-1962 (Bild via Wiki­me­dia Com­mons - gemein­frei) James Clerk Max­well, 1831-1879 (Bild …mehr
  • Endlich mal was über Lautsprecher!

    Endlich mal was über Lautsprecher!

    Altec 420A (hinten) und SABA Permadyn 19-200 5298 U 8 (vorn) - Foto © Michael …mehr
  • Breitband-Diskussion - die Zweite

    Heu­te erreich­te den Audion­is­ten ein Kom­men­tar zum Bei­trag “Breit­band-Dis­kus­si­on”. Ein Leser die­ses Blogs hat­te Götz …mehr
  • Breitband-Diskussion

    Breitband-Diskussion

    Nach wie vor reibt sich ein Teil der Leserschaft an den im Buch "Höchst empfindlich" …mehr
  • Werkbuch für Jungen – eine Fundgrube des Analogen

    Werkbuch für Jungen – eine Fundgrube des Analogen

    Erst­mals ver­öf­fent­licht im Vor­gän­ger-Blog “der Radion­ist” am 15.02.2012 aus: Werk­buch für Jun­gen © Otto Mai­er …mehr
  • Kehraus

    Kehraus

    Gele­gent­lich tut es gut, den Brow­ser­cache zu lee­ren, den Desk­top des Rech­ners auf­zu­räu­men, tem­po­rä­re Daten …mehr
  • Ein Dreher für den rookie

    Ein Dreher für den rookie

    Der roo­kie bin ich und dies ist mein neu­er Plat­ten­dre­her … Als in der Ade­nau­er-Ära …mehr
  • Musik als Heiler

    Musik als Heiler

    Musik, eingesetzt in der Therapie - Foto & © by Michael Münch Wir sind im …mehr

Kommentare

Kom­men­ta­re schal­te ich frei, nach­dem ich sie mir ange­se­hen habe. Dabei kann es zu klei­nen Ver­zö­ge­run­gen kom­men.

Wegen ver­stärk­ten Auf­kom­mens von Kom­men­tar-Spam habe ich ein Plug­in instal­liert, das sol­che Stö­run­gen unter­bin­den soll. Soll­te ein berech­tig­ter Kom­men­tar nicht eini­ger­ma­ßen zeit­nah von mir frei­ge­schal­tet wer­den, ist er viel­leicht dem Plug­in zum Opfer gefal­len. In die­sem Fall bit­te per Email nach­ha­ken!

MiMü am 05.Juli 2016:

Dr. Götz Wilimzig: Gedanken zur LINE-Stufe - Teil 1

Kürz­lich erhielt ich eine Nach­richt von Götz Wilim­zig. Des­sen Name wird bekannt sein - er ist einer der Auto­ren des Buches “Höchst emp­find­lich” (2002). Nach wie vor bekommt er Leser­zu­schrif­ten von Nach­bau­in­ter­es­sen­ten der im Buch vor­ge­stell­ten Ver­stär­ker-Kon­zep­te und wird gefragt, ob es dazu Neue­run­gen gibt. In Sachen PL82-End­stu­fe und Span­nungs­ver­sor­gung kann seit Kur­zem auf den Audion­is­ten­blog ver­wie­sen wer­den. Blei­ben aller­dings die Fra­gen nach einer geeig­ne­ten LINE-Stu­fe. Ob ich mir vor­stel­len kön­ne, einen von ihm ver­fass­ten Bei­trag dar­über im Audion­is­ten zu ver­öf­fent­li­chen?

Natür­lich - hier ist er!


Ein Leserbrief

Sehr geehr­ter Herr Wilim­zig,

nach der Lek­tü­re ihres sehr anre­gen­den Buches “Höchst emp­find­lich” trei­ben mich zwei Fra­gen um. Zum einen sind seit dem Erschei­nen des Buches ein paar Tage ins Land gezo­gen und auch Sie wer­den in Ihrem Schal­tungs­de­sign nicht ste­hen geblie­ben sein. Daher die Fra­ge, ob der abge­druck­te Vor­ver­stär­ker-Schalt­plan nach wie vor Ihre aktu­ells­te Emp­feh­lung zum The­ma Vor­ver­stär­ker ist. Zum ande­ren emp­feh­len Sie MKP 4 Kon­den­sa­to­ren, die nach mei­nen letz­ten Infor­ma­tio­nen von WIMA nicht in 7,5 nF oder 33nF gefer­tigt wor­den sind. Wo liegt mein Denk­feh­ler?

(…)

Ich den­ke, dass Sie jede Men­ge Anfra­gen zum The­ma bekom­men und des­halb nicht alle zufrie­den stel­len kön­nen. Kein Pro­blem, das kann ich gut ver­ste­hen. Soll­te ich nichts von Ihnen lesen, pro­bie­re ich auf Basis der Schal­tung ein­fach fröh­lich selbst, bis ich mit dem Ergeb­nis zufrie­den bin oder eben nicht.

Ihnen und Ihren Mit­strei­tern an die­ser Stel­le auf jeden Fall ein ganz dickes Dan­ke­schön!

A.D.

Wo er recht hat, hat er recht. Seit der Erstel­lung unse­res Buches ist eini­ge Zeit ver­gan­gen, und ich wür­de heut­zu­ta­ge bereits erheb­li­che Schwie­rig­kei­ten haben, damals noch recht leicht - und recht preis­wert! - erhält­li­che Röh­ren zu beschaf­fen. Inzwi­schen ist der Sie­ges­zug des Digi­ta­len wei­ter fort­ge­schrit­ten, und das hat Fol­gen in Bezug auf den Vor­ver­stär­ker. Ich freue mich daher über die Mög­lich­keit, im Audion­is­ten eini­ge Gedan­ken zu die­sem The­ma ver­öf­fent­li­chen zu kön­nen, zumal eine Wei­ter­füh­rung des PL82-Pro­jek­tes an die­ser Stel­le schon erschie­nen ist.

Digital und analog

Rich­ti­ger wäre es wohl, digi­tal oder ana­log zu sagen. Denn die Erfor­der­nis­se des digi­tal ori­en­tier­ten Hörers sind ande­re. Jeder benö­tigt einen Ein­gangs­wahl­schal­ter, eine Laut­stär­ke­re­ge­lung und eine Aus­gangs­stu­fe. Ein Hörer, der moder­ne Quell­ge­rä­te ein­setzt, braucht eine gerin­ge bis gar kei­ne Ver­stär­kung, eine aus­rei­chend nied­ri­ge Aus­gangs­im­pe­danz und sonst nichts.

LINE-Stufe für digitale Quellen

LINE-Stu­fe für Quel­len mit hohem Aus­gangs­pe­gel

Der Schall­plat­ten­hö­rer kommt ohne RIAA-Ent­zer­rung nicht aus. Sie könn­te als eigen­stän­di­ges Gerät vor die eben skiz­zier­te Line­stu­fe gesetzt, oder nach der Ein­gangs­wahl in eine kom­plet­te Vor­stu­fe inte­griert wer­den, wenn, ja wenn die Ver­stär­kung aus­reich­te. Tut sie aber in den übli­chen Fäl­len nicht. Nur zu Zei­ten des röh­ren­be­trie­be­nen Rund­funks war es üblich, im Stu­dio alle Gerä­te mit einem Norm-Aus­gangs­pe­gel zu ver­se­hen; das waren damals 1,55 Volt oder in Tech­ni­ker­sprech “0 dbV”. Eine ver­gleich­ba­re Ver­ein­heit­li­chung hat sich im HiFI-Bereich aber bis heu­te nicht durch­set­zen kön­nen. Des­halb emp­fiehlt es sich, die Line­stu­fe des Ana­log­freaks mit einer nicht zu knap­pen Ver­stär­kung aus­zu­stat­ten.

LINE-Stufe für Vinyl-Freunde

LINE-Stu­fe für Vinyl-Freun­de

Die geschil­der­te Sach­la­ge macht es schwie­rig, für bei­de Hör­er­ty­pen ein und das­sel­be Gerät zu kon­stru­ie­ren. Eine Line­stu­fe, die - sagen wir mal - 30fach ver­stärkt, ist dem Schall­plat­ten­lieb­ha­ber sehr will­kom­men und ver­schafft ihm Wahl­mög­lich­kei­ten dahin­ge­hend, wel­che RIAA er favo­ri­sie­ren möch­te. Wer sei­nen CD-Spie­ler anwirft, könn­te hier leicht einen Over­kill erle­ben. Die Laut­stär­ke müss­te so dra­ma­tisch zurück­ge­fah­ren wer­den, dass das ein­ge­setz­te Poten­tio­me­ter in sei­nen nied­rigs­ten und damit ungüns­tigs­ten Arbeits­be­reich käme - die Din­ger sind da ein­fach am unge­nau­es­ten. Und auch die Rausch­pro­ble­ma­tik wird sich wohl unan­ge­nehm bemerk­bar machen. Als Kom­pro­miss wäre eine Ver­stär­kung von zehn- bis fünf­zehn­fach anzu­pei­len. Sofern man sich beim The­ma Rau­schen anstrengt, könn­te das eine für bei­de Sei­ten akzep­ta­ble Lösung sein.

Die Röhrenproblematik

Viel­leicht hilft ein klei­nes Bei­spiel zur Ver­deut­li­chung. Von mei­nem Freund Alex Krie­gel wur­de eine Vor­stu­fe ver­öf­fent­lcht, die auf der Röh­re D3a basiert. Der Ent­wurf wur­de und wird leb­haft dis­ku­tiert - die Such­ma­schi­ne weiß alles - und ver­ur­sacht immer wie­der Pro­ble­me, die recht schwer oder gar nicht zu lösen sind. Denn die D3a ist eine Post­röh­re. Und Post­röh­ren waren aus­schliess­lich zum Ein­satz in sta­tio­nä­ren Gerä­ten bestimmt. Typi­scher Fall damals: Röh­re von Fir­ma X gelie­fert - ja, genau, von die­sem heu­te noch exis­tie­ren­den Groß­kon­zern - im Hun­der­ter­pack selbst­ver­ständ­lich, Röh­re ins betref­fen­de Gerät gesteckt, Röh­re nach ein oder zwei Jah­ren und zehn­tau­send oder mehr Stun­den wie­der raus­ge­zo­gen. Fer­tig. Rüt­teln, viel­fach hin und her trans­por­tie­ren oder gar Stoß­be­las­tung, all das kam im Post­be­trieb nicht vor, und dafür waren die­se Röh­ren auch kon­struk­tiv nicht aus­ge­legt. Über­dies ist die D3a eine Diva, extrem in ihren Eigen­schaf­ten, an der Kan­te des Mach­ba­ren kon­stru­iert und gebaut. Und wie es bei Diven so ist: eini­ges mag sie nicht. Man kann sie ganz leicht rui­nie­ren. Wenn sie heiß ist, im Betrieb oder ein paar Sekun­den nach dem Aus­schal­ten, ein­fach ihr einen kräf­ti­gen Stoß ver­pas­sen, und fort­an klin­gelt sie erbärm­lich, Mikro­fo­nie gibt es gra­tis als Drein­ga­be. Für den Kon­struk­teur ist sie den­noch ein Fas­zi­no­sum mit (fast) ein­ma­li­gen Eigen­schaf­ten, und ja, auch ich bin die­ser Fas­zi­na­ti­on schon erle­gen. Die klang­li­chen Qua­li­tä­ten sind eben­falls nicht von Pap­pe, im bes­ten Fal­le lie­fert die D3a eine kraft­vol­le und hoch­dy­na­mi­sche Dar­stel­lung (… wer den extrem guten Stimm­be­reich sucht, fährt bes­ser mit der C3g oder der C3m). Mit ande­ren Wor­ten: die­ser an sich so erfreu­li­che Ent­wurf wur­de und wird mit der Röh­ren­wahl lei­der pro­ble­ma­tisch. Wo soll man heut­zu­ta­ge, nach einem hal­ben Jahr­hun­dert (!) D3a-Röh­ren her­neh­men, die nie geschüt­telt wur­den, die kei­ne Mikro­fo­nie haben, die auf­grund von Fehl­be­hand­lung nicht rau­schen und klin­geln? Ich habe etwa ein Dut­zend Paa­re im Hau­se, und einem oder zwei Paa­ren davon könn­te ich dies­be­züg­lich viel­leicht ver­trau­en. Des­halb set­ze ich - obwohl ich wei­ter­hin von ihren posi­ti­ven Eigen­schaf­ten schwär­me! - die­sen Typ für mich nicht mehr ein.

Noch kri­ti­scher als die Röh­ren­wahl an sich sind die wie But­ter in der Son­ne dahin­schmel­zen­den Bestän­de alter und bes­ter Röh­ren. Und ich wäre ja mit dem Klam­mer­beu­tel gepu­dert, wenn ich da Namen nen­nen wür­de. Denn das wür­de doch nur dazu füh­ren, dass (a) die Prei­se der letz­ten ver­blie­be­nen Röh­ren in die Höhe schnell­ten und (b) eini­ge Mit­men­schen mit dicke­rem Porte­mon­naie mir alles weg­schnapp­ten. Das ist ja schon in den sprich­wört­li­chen Volks­mund ein­ge­gan­gen: Wer sei­ne Quel­len ver­rät, bringt sie zum Ver­sie­gen.

Eine sol­che Situa­ti­on ist uner­freu­lich, da hilft kein Beschö­ni­gen. Und bis heu­te haben die Röh­ren aus neue­rer Pro­duk­ti­on einen lan­gen Weg zurück­zu­le­gen, bis sie mit den gro­ßen alten Spit­zen­pro­duk­ten mit­hal­ten kön­nen. Auch das ist uner­freu­lich, aber lei­der all­zu oft zutref­fend. Des­halb möch­te ich im Fol­gen­den zwei Fremd­ent­wür­fe vor­stel­len, die teils als open source dem Nach­bau­er zur Ver­fü­gung ste­hen, teils als Pla­ti­nen­ver­si­on oder voll­stän­di­ge Gerä­te ange­bo­ten wer­den. Abschlie­ßend möch­te ich dann dem zum Expe­ri­men­tie­ren geneig­ten Selbst­bau­er beschrei­ben, wie man auf der Basis einer viel­leicht vor­han­de­nen oder noch beschaff­ba­ren Röh­re zu einer brauch­ba­ren Line­stu­fe gelan­gen kann.

PS. Als klei­nes Dan­ke­schön für einen Leser­brief: anstel­le von MKP4 kann man mit den - laut WIMA - noch bes­se­ren FKP2 aus 6,8 nF plus 680 pF den Wert von 7,5 nF bil­den, bei unge­nau­en Wer­ten auch nomi­nal 6,8 nF plus nomi­nal 820 pF.

hier geht’s zum zwei­ten Teil

Götz Wilim­zig

Eine Antwort hinterlassen

Sie können diese HTML-Tags verwenden.

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>